Porträt

Weiter als das Auge reicht - ein Dekanat in Oberbayern
Artikel von Dekan Axel Piper 2006
Mein erste Eindruck vom Dekanat Weilheim war: Es ist riesig!
Ein Blick auf die Karte reicht. Es umfasst das Nordufer des Starnberger Sees (Berg und Starnberg) genauso wie Mittenwald, Kaufering und Landsberg ebenso wie Penzberg. In vier Landkreise sind 57000 evangelische Gemeindemitglieder in den 17 Gemeinden des Dekanats verteilt. In den Gemeinden, Krankenhäuser und den Schulen engagieren sich 55 Pfarrer, Pfarrerinnen, Diakoninnen und Diakone sowie 30 Religionspädagoginnen und -pädagogen. Dazu: Erzieherinnen in den Kindergärten, Angestellte in den Büros der Kirchengemeinden, der Dekanatsverwaltung, Messner, Hausmeister und etwa 2400 Ehrenamtliche.
Mein zweiter Eindruck vom Dekanat Weilheim ergänzt den ersten: Das Dekanat ist nicht nur riesig, sondern es ist auch so vielfältig wie seine Landschaften!

Das Dekanat verbindet Gemeinden, deren Prägungen unterschiedlicher nicht sein könnten: Es finden sich in den Gemeinden Bergbautraditionen neben Bio-High-Tech-Gegenwart, Passionspiele, künstlerische Vergangenheit und Gegenwart, Seeidylle und Hochgebirge, und Orte, die von Gewerbe und Industrie oder aber vom Tourismus und Erholungssuchenden geprägt sind. Hier leben sehr begüterte Menschen wie Menschen in Not. Es gibt Berufspendler nach München und solche, die in ihrem ehemaligen Urlaubsort nun den Ruhestand verleben. In den Gemeinden hört man oberbayrische, siebenbürgisch-sächsische, schwäbische, fränkische, rheinländische und viele Dialekte mehr.
Müsste ich das Dekanat Weilheim in einem Satz beschreiben, dann höchstens so: Es ist groß und ganz, ganz verschieden.
Vielfalt bedeutet buntes Leben. Die Unterschiedlichkeit der Gemeinden im Dekanat stellt uns aber auch immer wieder vor die Frage: Was verbindet uns im Dekanat Weilheim? Was hält dieses Dekanat zusammen? Auf eine gemeinsame Verwaltung und zentrale Dienstaufsicht allein kann sich kein Dekanatsbewusstsein gründen.
Glücklicherweise gibt es zum einen eine gute regionale Zusammenarbeit der Gemeinden: Gemeinsame Absprachen, Vertretungen, gegenseitige Einladungen und gemeinsame Projekte sind gang und gäbe. Auf überregionaler Ebene, also auf Dekanatsebene, haben sich Pfarrkonferenzen, Pfarrkonvente, Dekanatsausschuss, Dekanatssynode, die Werke des Dekanats und der Dekanatschor als einigendes Band bewährt: Hier erfährt man voneinander und denkt dekanatsweit.
Diese äußere Beschreibung kennt einen Innenansicht: Trotz aller Unterschiede besitzen wir in den Gemeinden ähnliche Erfahrungen: Unsere Gemeinden sind für sich schon groß wie andrenorts ganze Dekanate. Das verlangt Mobilität im Denken und Verhalten. Dazu kommt: Unsere Gemeinden, die durch Zuzug groß geworden sind, kennen keine alten Traditionen. Das fordert immer neuen Ideen und Flexibilität. Und weiter sind wir hier die "kleine Schwester" neben der katholischen Kirche. Das verlangt nach gutnachbarlicher Beziehungspflege und Kooperationsbereitschaft einerseits, und nach evangelisch-profiliertem Gemeindeleben andrerseits. Und dann stehen auch wir im Dekanat vor einer einigenden Aufgabe: Wie erreichen wir die Menschen, die von Kirche und Gemeinde nichts (mehr) wissen wollen?
Und schließlich wird es uns hoffentlich gelingen, dass die Gemeinden im Dekanat sich als eine Solidaritätsgemeinschaft begreifen. Damit auf Dekanatseben ein gerechter Ausgleich gerade angesichts zurückgehender finanzieller und personeller Möglichkeiten gelingt.
Was also ist nun das Dekanat Weilheim? Groß, vielfältig, Vernetzung von Gemeinden? - Alles, und ganz bestimmt dies: Das schönste Dekanat im schönsten Kirchenkreis Bayerns.

Vor einiger Zeit wurde unser Dekanat vom Sonntagsblatt im Rahmen der Serie "Dekanate in Bayern" portraitiert
Verschaffen Sie sich einen kleinen Einblick, am besten natürlich: Besuchen Sie uns nicht nur im Web...

